„Tarifrunde verkehrt“: Verleger wollen mehrfach abkassieren

„Tarifrunde verkehrt“: Verleger wollen mehrfach abkassieren

ver.di – Bundesvorstand Fachbereich Medien, Kunst und Industrie (FB 8),


Frankfurt/Main, 10. Oktober 2003


Die Verleger verlangen Kürzung des Urlaubsgelds, der Urlaubstage und die Rückkehr zur 40-Stunden Woche sowie die Kappung der Berufsjahresstaffel.


Die Verleger eröffneten die heutige Verhandlung mit einem echten Paukenschlag. Der BDZV will nachhaltige Veränderungen sowohl im Gehaltstarifvertrag als auch im Manteltarifvertrag durchsetzen. Die diesjährige Tarifrunde soll mit einer erneuten Kappung in der Berufsjahresstaffel beendet werden, der Abschluss eines neuen Gehaltstarifvertrages soll auf jeden Fall davon abhängen. Allein die Streichung der Stufe 15. bis 19.Berufsjahr in der Berufsjahresstaffel würde viele Kollegen im Laufes ihres Arbeitslebens bis zu 86 000 Euro kosten.


Aber zusätzlich sollen auch im MTV an folgenden Punkten erhebliche Verschlechterungen zu Lasten der Redakteurinnen und Redakteure vorgenommen werden. Der BDZV fordert die Absenkung des Urlaubsgelds von jetzt 100 auf 68 Prozent eines Monatgehaltes. Allein diese Kürzung würde die letzte Gehaltserhöhung vollständig wieder auffressen. Die Urlaubstage sollen auf 30

Tage reduziert werden. Die Wochenarbeitzeit soll auf 40 Stunden erhöht werden

und Ansprüche aus Urheberrechten sollen beeinträchtigt werden. Diese Reduzierungen sollen für alle gelten, unabhängig von der wirtschaftlichen Situation der einzelnen Verlage. Regelungen zur Beschäftigungssicherung kann sich der BDZV nur vorstellen, wenn darüber hinaus durch Öffnungsklauseln weitere Tarifabsenkungen zugelassen werden.


Für die dju in ver.di hat Frank Werneke als Verhandlungsführer erklärt: dass diese Vorstellungen weder vermittelbar noch sachlich begründet sind. „In den Redaktionen sind in den letzten drei Jahren 14 Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen. Jetzt fordern die Verleger Arbeitszeitverlängerung. Damit würden die Beschäftigten selbst die Voraussetzungen für einen noch rapideren Arbeitsplatzabbau schaffen. Das ist mit ver.di nicht zu machen,“ so Werneke am Verhandlungstisch. „Derart weitgehende Verschlechterungen in den Tarifverträgen und die Forderung nach zusätzlichen Öffnungsklauseln bedeuten ein doppeltes und dreifaches Abkassieren.“


Am 15. Oktober wird die dju-Tarifkommission über diese Situation beraten. Die Fortsetzung der Verhandlung mit dem BDZV wurde für den 30. Oktober vereinbart.


Tarifsekretär Medien, Matthias von Fintel

Potsdamer Platz 10

10785 Berlin

Telefon 030 / 6956 – 2321

Fax: 030 / 6956 – 3655


Weitere Informationen unter: http://dju.verdi-verlage.de